Meeresrauschen (Man müsste mehr ans Meer)

Wir standen barfuß im Wasser und beobachteten, wie die schmale vorgelagerte Sandbank immer kleiner wurde. Leise rollten die Wellen über den hellen Sand, umschmeichelten die kleinen bunten Steine, drehten die Muscheln um ihre Achse und zogen sich wispernd zurück. Meine Füße sanken tiefer, gruben sich ohne eigenes Zutun in den Schlick und vermittelten mir das Gefühl, ich könne irgendwann völlig verschwinden, um in einigen Jahren als gut konservierte Strandleiche ausgegraben zu werden. Doch dieses Bild verursachte bei mir nur einen wohligen Schauer, denn ich wusste aus Erfahrung: Diese Fantasie war mein kleiner mentaler Albtraum, mehr nicht.

Während ich versunken auf das Meer blickte, versuchte meine Freundin neben mir mechanisch, ihre Haare zu bändigen. Der salzige Wind ließ sie aussehen wie einen wandelnden Wischmopp, egal, wie oft sie sich über den Kopf strich. Doch im Urlaub sind solche Dinge eher belanglos, was zählt, ist der Wohlfühlfaktor und davon hatten wir endlich reichlich: Die wärmende Frühlingssonne, der lange fast menschenleere Sandstrand, eingerahmt von den im Hintergrund liegenden  Wäldern – das alles waren Puzzleteilchen in unserem seit gestern perfekten Ferienbild – und Geo-Cachen…..